Auf Chili - Anbau

Anbau von Chili

Vorbereitungen

Mitte Januar bis Ende Februar beginne ich mit der Aussaat. Die Termine dafür sind im Anbauplan 2005, 2006 und 2007 ersichtlich. Zur Anzucht benutze ich ein heizbares Kleingewächshaus (1m x 0.50m x 0.50m), und eine 70 Watt Natriumdampflampe für die Zusatzbeleuchtung.                                                                                                                                    Um ein aufschossen oder vergilben der Keimlinge zu vermeiden, brauchen die Chilis in der Anfangsphase ca. 14 Stunden Licht am Tag. Stehen die Chilis an einem hellen Fenster, genügt es den Tag künstlich zu verlängern. In der Praxis würde dies bedeuten:      Natürliches Tageslicht von 08.00 - 17.00 Uhr, ergibt total 9 Stunden. Bei diesem Beispiel müsste von einer zusätzlichen künstlichen Beleuchtung von 5 Stunden ausgegangen werden. Je nach Standort und Lichteinfall variiert das ganze und es hat auch viel mit Fingerspitzengefühl zu tun da weitere Faktoren wie Wärme, Luftfeuchtigkeit, Nährboden ect. mitspielen. Es kann jedoch Grundsätzlich mit 14 Stunden Licht bei einer mittleren Temperatur von 22-26 Grad ausgegangen werden.

Vorquellen

Die Samen lege ich für jeweils 12 - max. 24 Stunden ins Wasser, damit verkürzt sich die Zeit bis zur Keimung erheblich. Ich verwende hierzu destilliertes Wasser.( Zimmertemperatur )

Aussaat

Gute Erfahrungen habe ich mit einem Gemisch aus keimfreier Anzuchterde und Perlit gemacht, Perlit lockert nicht nur, sondern hat zudem die Eigenschaft Wasser zu speichern und dosiert abzugeben. Ich persönlich verwende ein Gemisch von 70% Anzuchterde und 30% Perlit. Nach der Aussaat muss die Erde stets feucht gehalten werden. Ich persönlich befeuchte alle 2 Tage nach, geeignet dafür ist eine Sprühflache oder Flasche mit Pipette.

Keimtemperatur

Die ideale Keimtemperatur liegt zwischen 24 - 32 Grad, je wärmer und feuchter, desto schneller ist der Keimvorgang, die 32 Grad sollten jedoch nie überschritten werden. Sobald die Keimlinge sprießen, empfiehlt es sich die Temperatur etwas zu reduzieren, 22 - 24 Grad. Es ist insbesondere auf gute Durchlüftung zu achten ( kein Durchzug!), ansonsten die Erde leicht von Schimmel befallen wird und sich Blattläuse an den Jungpflänzchen zu schaffen machen.  Bis das erste echte Blattpaar herangewachsen ist, verwende ich nur destilliertes Wasser, da in unserem Leitungswasser zuviel Chlor und Kalk enthalten ist.     

Pikieren

Ich pikiere Chilis grundsätzlich zwei mal. Wenn sich das erste echte Blattpaar gebildet hat, werden die Chilis in Anzuchtplatten pikiert. Die Anzuchtplatten besitzen Mulden von der Größe 5 x 5 x 5 cm. Dies hat den Vorteil, dass die Chilis aufgrund des geringen Platzes erst mal richtig Wurzeln ausbilden. Zum Pikieren verwendet man ein Pikierstäbchen oder im Notfall ein Bleistift oder der gleichen. Beim Pikieren die Pflänzchen stets an den Blätter halten, dass halten am Pflanzenstiel kann die noch sehr fein strukturierten Gefäße bei geringstem Druck schädigen. Bei jedem Pikieren oder Umtopfen wässere ich die Chilis mit Braunalgenextrakt,  was zur Belebung des Wurzelwachstums anregt.                            Anleitung zum pikieren mit Bildern festgehalten.

Umtopfen/ 2. Pikieren

Haben die Chilis dann eine Größe erreicht  wo sie sich mit dem Blättern gegenseitig in die Quere kommen, bekommen sie den definitiven Platz bis zur Auspflanzung im Freien. Hierzu verwende ich Töpfe von der Größe 9 x 9 x 12 cm.                                                                  Anleitung zum Umtopfen mit Bildern festgehalten.

Abhärten

Einer der wichtigsten Punkte im Eigenanbau ist das abhärten der Pflanzen. Hierbei steht nicht etwa der Faktor Temperatur, sondern die UV-Strahlung im Mittelpunkt. Temperaturen bis 5 Grad können von den Chilis verkraftet werden, einziger Nachteil, sie stocken und wachsen nicht mehr. Der größte Feind aller Chilis ist die von der Sonne abgegebene UV-Strahlung, die selbe Strahlung die auch bei uns Menschen zu Sonnenbrand führt. Wie ärgerlich ist es, wenn man mit schönen kräftigen Pflanzen von bereits stattlicher Höhe ins Freie geht und diese nach kurzer Zeit komplett verbrannt da stehen. Dagegen kann nur durch eine zeitintensive Gewöhnung an UV entgegengewirkt werden. Meine Regel ist. So früh und so oft wie möglich raus, wenn es die Temperaturen nicht zulassen und man erst nach Wochen ins Freie kann, unbedingt am Schatten aufstellen, UV-Strahlung hat es auch im Schatten, jedoch in geringerer Konzentration so dass die Pflanzen nicht verbrennen. Ich beginne mit 25 Minuten an der prallen Sonne und steigere dann täglich um 10 Minuten. 

UV- Gewöhnung

Mein persönlicher Erfahrungswert mit der UV für Chilis ist in etwa folgender:  Dies geschieht jedoch erst dann, wenn ich die Chilis bereits zuvor für einige Stunden an 3 bis 5 Tagen im Schatten draussen hatte. !!! Waren die Chilis für längere Zeit nicht mehr im Freien, muss das ganze von neuem durchgeführt werden.

Aussetzen an die pralle Sonne.                       

1. Tag  10 Minuten
2. Tag  15 Minuten
3. Tag  20 Minuten
4. Tag  25 Minuten
5 .Tag  35 Minuten
6. Tag  45 Minuten
7. Tag  60 Minuten
8. Tag

ohne Sonne( gewollt)

9. Tag 120 Minuten
ab 10. Tag ganzer Tag

Wässern

Da in Töpfen die Gefahr besteht, das nicht durchdrungen gewässert ist, lege ich die Töpfe alle 3 - 4 Wochen ins Wasserbad. Da kann sich die Erde schön mit Wasser voll saugen. Vorsicht das keine Staunässe entsteht. Die Töpfe müssen unbedingt Löcher im Boden haben, damit das überschüssige Wasser ablaufen kann. Ansonsten gieße ich nach Bedarf. Die Erde darf aber nie austrocknen.

Pflanzenstärkung

Zur Unterstützung der Pflanzen verwende ich beim Angiessen der Aussaat und jeweils beim Pikieren Braunalgenextrakt von Neudorff ( Algan Wachstumshilfe).                                                 

Danach werden die Pflanzen 1 mal wöchentlich mit Schachtelhalmbrühe nass gespritzt. Auch diese Produkt ist von Neudorff ( Schachtelhalmextrakt)

Düngung

3 Wochen nach dem die Chilis in die Töpfe umgesetzt wurden, dünge ich die Chilis im Abstand von 14 Tagen mit einem Flüssigdünger.( Handelsüblicher Blumen und Topfpflanzen Dünger.) Das selbe gilt auch nach dem verpflanzen ins Freie.

Verpflanzen im Freien

Sobald es die Temperaturen zulassen, und keine Frostgefahr mehr besteht, setze ich die Chilis ins Freie. In den ersten Wochen bleiben sie unter einem Folientunnel, das nach 2 - 3 Wochen durch ein Garten Fliess ausgetauscht wird. 2 - 4 Wochen nach dem Auspflanzen, werden die Chilipflanzen unter freiem Himmel gehalten. Achtung, der Aufwand vom Ab und Zudecken lohnt sich. Nicht zuletzt im Jahr 2006 sind  mir wegen eines nächtlichen Kälteeinbruch von - 5 Grad an die 100 Jungpflanzen verendet.

Haltung im Freien

Die Chilipflanze ist eher eine Pflegeleichte Art. Bei warmem Wetter täglich giessen, 1- 2 Nachdüngungen und kontrollieren auf Schädlinge. Das wäre es schon.

Mulchen

In der Saison 2006 habe ich mit Stroh eine Mulchschicht von ca. 15 cm erstellt. Dies hat sich als schlecht erwiesen und es sollte unbedingt darauf verzichtet werden. Unter dem Stroh hausen kleine Schnecken denen es im feuchtwarmen Klima sehr behagt. Am Tag sieht man sie nicht, nachts kommen sie unter dem Stroh hervor und fressen die Chilis an.

Ernte

Sobald die Chilis ihre Farbe erreicht haben und etwas weich werden ist der ideale Zeitpunkt für die Ernte. Man kann sie durchaus 2 - 3 Wochen in reifem Zustand an den Pflanzen belassen. 

 

Letzter Aktualisierung,10.02.2008          Luigi Chillotti

 

 

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